Die Bianchineri trugen Requisiten aus einem Koffer. Bilder: Patrick Kenel
Die Bianchineri trugen Requisiten aus einem Koffer. Bilder: Patrick Kenel

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Viel satirischer Stoff für Alte Fasnacht

Zu Beginn ihrer Tour durch die Küssnachter Restaurants traten zehn Gruppen am Nachmittag im Altersheim Sunnehof auf. Sie liessen ein ereignisreiches Jahr Revue passieren.

Der erste Auftritt gehörte den Wöschwiibern, welche ihr 20-Jahr-Jubiläum an der Alten Fasnacht feierten. Auch diesmal registrierten sie grössere oder kleinere Misstritte in ihrer Nachbarschaft. So soll ein Mann beim Fitnesstraining spürbar übertrieben oder ein Hund ein Los gefressen haben, das dem Besitzer immerhin einen Gewinn von 200 Franken eingebracht hätte. Lustig machten sie sich auch über den defekten Käseautomaten der Dorfkäserei. Auf Scherze über die Spielsucht des ehemaligen Pfarrers verzichteten die Wöschwiiber bewusst. Die Bianchineri hatten dagegen kein Erbarmen mit dem Kirchenrat. So hätte die Sache schon früher bekannt werden sollen, weil der Pfarrer die Kirchgänger mit «Meine lieben Gläubiger» angesprochen habe. Der Clochard zog eine Verbindung zwischen Doppeladler und Pleitegeier und kommentierte das politische Geschehen im Bezirk gewohnt süffisant aus Merlischacher Sicht. Lautstark regte sich Rose Pfäfferli wiederum über Shawne Fielding und andere Mitmenschen an exponierter Wohnlage auf. «Wenn Chüssnacht wiiter so gschiire tuet, so bliibt die Alt Fasnacht guet», folgerte daraus das Duo Zündstoff. Zum Fall einer Merlischacher Familie an der Grenze zu Meggen, die wegen des Schulwegs bis vor Bundesgericht ging, liessen sich der Trompeter und der Klarinettist einen aktuellen Spruch einfallen. Als neue Gruppe waren in diesem Jahr zwei Spitzbuebe mit Ukulele unterwegs. Sie waren als Mexikaner verkleidet und spielten damit auf Trumps Mauerbau an. Mit ihren langen Versen auf Baseldeutsch mokierten sie sich etwa darüber, dass der Präsident der Klausjäger einen Blazer getragen und damit eklatant gegen die eigene Kleiderordnung verstossen habe. Neben lokalen Schnitzelbänklern nehmen seit Jahren die Fasnachtsband Sürpris aus Hildisrieden sowie die beiden Luzerner Komiker Patrick Degen und Roger Wicki teil. Letzterer überraschte in diesem Jahr als Udo Lindenberg, wobei er die nuschelnde Sprechweise des Rocksängers gekonnt auf die Schippe nahm.


Bote der Urschweiz / Patrick Kenel

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste
  • Bühne
  • Dies & Das

Publiziert am

11.03.2019

Webcode

sogenda.ch/H7JSTq